Die Weihnachtszeit gilt an Schulen in Baden-Württemberg als Zeit des Dankes. Viele Klassen möchten ihren Lehrerinnen und Lehrern eine kleine Aufmerksamkeit überreichen. Doch im öffentlichen Dienst sind solche Gesten klar geregelt. Nach dem Landesbeamtengesetz dürfen Lehrkräfte grundsätzlich keine Zuwendungen annehmen, um jede Form von Bestechlichkeit auszuschließen.
Inhaltsverzeichnis:
- Juristische grauzone in Baden-Württemberg
- Karin Schneider und die waldschule Degerloch
- Richtlinien an stuttgarter schulen
- Kreative alternativen zum klassischen geschenk
Juristische grauzone in Baden-Württemberg
Kurz vor der Notenvergabe ist besondere Vorsicht geboten. In dieser Phase dürfen Geschenke niemals den Eindruck erwecken, sie könnten die Bewertung beeinflussen. Deshalb sind Geldgeschenke oder wertvolle Gegenstände streng verboten. Akzeptierte Anlässe für kleine Aufmerksamkeiten sind jedoch Geburtstage, Feiertage oder eine Verabschiedung.
Stuttgarter Schulen orientieren sich dabei am Merkblatt des Kultusministeriums zur Annahme von Belohnungen und Geschenken. Im Idealfall holen Lehrkräfte vor der Annahme eines Geschenks die Zustimmung der Schulleitung ein. Kleine, symbolische Gaben sind jedoch zulässig.
- Einzelgeschenke dürfen maximal fünf Euro kosten.
- Gruppengeschenke dürfen den Wert von fünf Euro überschreiten, sofern sie „im gesellschaftlich üblichen Rahmen“ bleiben.
Wenn Unsicherheit besteht, wird empfohlen, die Schulleitung einzubeziehen. Diese Regelungen ähneln auch anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes, etwa der Jugendhilfe, die ihre Standards regelmäßig überprüft – mehr dazu unter Jugendhilfe stärkt digitale Kompetenz.
Karin Schneider und die waldschule Degerloch
Auch private Schulen halten sich an diese Vorgaben. Karin Schneider, Rektorin der Waldschule Degerloch und Sprecherin der Schulen in freier Trägerschaft in Stuttgart, empfiehlt einen persönlicheren Ansatz. Sie betont, dass selbst gebastelte Geschenke besser geeignet sind, um Wertschätzung auszudrücken. Eine von der Klasse gestaltete Karte oder ein selbstgemachtes Buch seien beliebte Alternativen zu gekauften Artikeln.
Schneider weist außerdem darauf hin, dass der Zeitaufwand solcher Geschenke die Geste besonders wertvoll mache. Diese Art der Anerkennung entspricht dem Geist des schulischen Miteinanders und vermeidet mögliche Konflikte um den materiellen Wert.
Richtlinien an stuttgarter schulen
In Stuttgart gelten die Regelungen des Kultusministeriums als Grundlage. Schulen erhalten regelmäßig Informationen und Formblätter, um die Einhaltung zu gewährleisten. Lehrkräfte werden aufgefordert, Transparenz zu zeigen, sobald ihnen ein Geschenk angeboten wird. Wertvolle Präsente bleiben tabu, auch wenn sie von der gesamten Klasse überreicht werden.
Einige Bildungseinrichtungen kombinieren diese Vorgaben mit schulischen Projekten, die den Gemeinschaftssinn fördern – ähnlich wie bei der Schulreform in Baden-Württemberg 2025–2026, die Eigenverantwortung und soziale Kompetenzen stärkt.
Kreative alternativen zum klassischen geschenk
Nicht jedes Geschenk muss materiell sein. Viele Klassen entscheiden sich für gemeinsame Aktionen, kleine Aufführungen oder selbstgeschriebene Gedichte. Eine kurze Performance, gestaltet von der Klasse, kann eine klare Botschaft senden: Es wurde Zeit und Mühe investiert, um Dankbarkeit zu zeigen.
Besonders in städtischen Schulen mit großem Gemeinschaftsgeist – etwa jenen, die auch bei Projekten wie Solarinitiativen auf Schuldächern aktiv sind – zeigen sich kreative Formen der Anerkennung als wirksam und herzlich.
Kleine Gesten sind erlaubt, große Geschenke verboten. Entscheidend ist, dass Wertschätzung nicht durch den Preis, sondern durch persönliche Mühe ausgedrückt wird. So bleibt das Schenken fair, transparent und im Sinne des öffentlichen Dienstes.
Überprüfe die Standorte der Grundschulen in Stuttgart auf Google Maps:
Karte: Google Maps
Quelle: STUTTAGRTER ZEITUNG, 24 EDU INFO
FAQ
Dürfen Lehrerinnen und Lehrer Geschenke von Schülern annehmen?
Nach dem Landesbeamtengesetz dürfen Lehrkräfte grundsätzlich keine Zuwendungen von Schülern oder Eltern annehmen, um Bestechlichkeit zu vermeiden.
Welche Geschenke sind für Lehrkräfte erlaubt?
Erlaubt sind nur kleine Aufmerksamkeiten von geringem Wert, die höchstens fünf Euro kosten dürfen. Gruppengeschenke dürfen diesen Betrag überschreiten, wenn sie im gesellschaftlich üblichen Rahmen bleiben.
Wann dürfen Lehrkräfte Geschenke annehmen?
Geschenke sind nur zu bestimmten Anlässen wie Geburtstagen, Feiertagen oder Verabschiedungen zulässig, sofern sie die genannten Wertgrenzen nicht überschreiten.
Was gilt vor der Notenvergabe?
Vor der Notenvergabe ist das Schenken besonders kritisch. Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass ein Geschenk die Bewertung beeinflusst. Deshalb sind Geldgeschenke und wertvolle Gegenstände verboten.
Was rät Karin Schneider von der Waldschule Degerloch?
Karin Schneider empfiehlt selbstgemachte Geschenke wie Karten oder Bücher, da sie persönliche Wertschätzung besser ausdrücken und keine rechtlichen Probleme verursachen.
Müssen Lehrkräfte die Schulleitung über Geschenke informieren?
Ja, im Idealfall sollten Lehrkräfte vor der Annahme eines Geschenks die schriftliche Zustimmung der Schulleitung einholen, um rechtliche Sicherheit zu gewährleisten.
Sind auch immaterielle Geschenke erlaubt?
Ja, kreative Gesten wie Aufführungen oder kurze Präsentationen der Klasse sind erlaubt und werden als Ausdruck von Dankbarkeit besonders geschätzt.