Spenden eröffnen dem Bibelmuseum bibliorama neue Chancen
Spenden eröffnen dem Bibelmuseum bibliorama neue Chancen, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Zukunft des Stuttgarter Bibelmuseums „bibliorama“ hat sich innerhalb weniger Wochen spürbar verändert. Nach der geplanten endgültigen Schließung zeigt ein starkes Spendenaufkommen ein anhaltendes öffentliches Interesse. Die finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung schafft neue Handlungsspielräume. Gleichzeitig laufen Gespräche über eine organisatorische und rechtliche Neuaufstellung, wie sie auch im kulturellen Umfeld der Stadt bei Formaten wie der Lange Nacht der Museen sichtbar wird.

Inhaltsverzeichnis

Spendeninitiative Irmela Preissner

Ausgangspunkt der Entwicklung ist die private Initiative „bibliorama retten“. Sie wurde von Irmela Preissner ins Leben gerufen. In den vergangenen fünf Wochen sind rund 100.000 Euro an Spenden zusammengekommen. Diese Summe bezeichnete sie als klares Signal für den Fortbestand des Museums.

Nach ihren Angaben besteht „begründete Hoffnung“, dass das Museum im Frühjahr wieder öffnen kann. Geplant ist eine kurze Unterbrechung. Danach soll der Betrieb unter neuer Trägerschaft weitergehen. Entscheidend ist, dass es keinen sofortigen Abbau der Ausstellung gibt. Damit bleiben Räume, Inhalte und Objekte vollständig erhalten.

Parallel dazu finden Gespräche mit kirchlichen Vertretern statt. Dabei geht es um die Frage, wie das Museum ohne eine direkte Finanzierung durch die Kirche bestehen kann. Vergleichbare Umbrüche kultureller Einrichtungen in Stuttgart werden auch an anderer Stelle dokumentiert, mehr dazu hier.

Übergang ohne Personal

Ein zentrales Problem betrifft das Personal. Die bisherigen Mitarbeitenden verlassen das Museum. Einige treten in den Ruhestand ein. Andere wechseln an neue Arbeitsstellen. Dadurch entsteht ein vollständiger personeller Neuanfang.

Vor einer Wiedereröffnung müssen neue Strukturen aufgebaut werden. Das betrifft Verwaltung, Betrieb und Organisation. Spenden werden deshalb auch in der Übergangsphase weiter benötigt. Sie dienen der Sicherung des laufenden Bestands, der Vorbereitung neuer Arbeitsverhältnisse und der Entwicklung eines dauerhaften Finanzierungsplans.

Evangelische Landeskirche in Württemberg

Die Schließungsentscheidung steht im Zusammenhang mit umfassenden Sparmaßnahmen. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg beschloss deutliche Kürzungen. Im Herbst 2025 fiel die Entscheidung, das Bibelmuseum Ende Januar 2026 zu schließen.

Der bisherige Jahresetat lag bei 490.000 Euro. Davon sollten 350.000 Euro eingespart werden. Die verbleibenden 140.000 Euro sind für andere Formen der Bibelarbeit vorgesehen.

Dan Peter, Sprecher der Landeskirche, sagte dem epd: „Leider musste sich die Landeskirche schweren Herzens von einigen hochgeschätzten Projekten verabschieden, zu denen auch das bibliorama gehört“. Zugleich erklärte er, man würde sich über eine Weiterführung des Museums durch einen neuen Träger freuen.

Ausstellung, Partner und Geschichte

Das „bibliorama“ wurde 2015 eröffnet. Im vergangenen Jahr feierte es sein zehnjähriges Bestehen. Die Ausstellungsfläche umfasst rund 350 Quadratmeter. Besucher begegnen dort 14 biblischen Personen sowie Martin Luther.

Das Museum arbeitet mit einem partizipativen Ausstellungskonzept. Dieses wurde mehrfach ausgezeichnet. Träger waren bislang die Evangelische Landeskirche in Württemberg und die Württembergische Bibelgesellschaft. Inhalte rund um biblische Figuren wie Moses gehören dabei zum festen Bestandteil der Vermittlungsarbeit.

Die Initiative „bibliorama retten“ ist unabhängig von der Kirche organisiert. Sie wurde vom Förderverein bibliorama und vom Gruppenreiseanbieter „Biblische Reisen“ gegründet. Ziel ist der Erhalt des Museums und eine Fortführung unter neuer organisatorischer Verantwortung.

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FAQ

Was ist das Bibelmuseum bibliorama in Stuttgart?

Das bibliorama ist ein Bibelmuseum in Stuttgart, das 2015 eröffnet wurde und auf einer Ausstellungsfläche von rund 350 Quadratmetern 14 biblische Personen sowie Martin Luther präsentiert.

Warum sollte das bibliorama ursprünglich schließen?

Die geplante Schließung steht im Zusammenhang mit Sparmaßnahmen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, die beschlossen hat, den jährlichen Etat des Museums deutlich zu kürzen.

Wie hoch war das Spendenaufkommen für das bibliorama?

In einem Zeitraum von fünf Wochen kamen rund 100.000 Euro an Spenden zusammen, die durch die Initiative „bibliorama retten“ gesammelt wurden.

Welche Rolle spielt Irmela Preissner?

Irmela Preissner ist die Initiatorin der Spendeninitiative „bibliorama retten“ und äußerte begründete Hoffnung auf eine Wiedereröffnung des Museums unter neuer Trägerschaft.

Wer betrieb das bibliorama bisher?

Das Museum wurde bislang von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Bibelgesellschaft betrieben.

Quelle: STUTTGARTER ZEITUNG, WEBRIVAIG

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