Schüler starten mit neuen Regeln ins Schuljahr 2025/2026
Schüler starten mit neuen Regeln ins Schuljahr 2025/2026, Foto: Pexels

Am 15. September beginnt in Baden-Württemberg das Schuljahr 2025/2026. Für rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie tausende Lehrkräfte und Eltern bringt es deutliche Neuerungen. Grundlage ist ein neues Schulgesetz der Landesregierung. Die Reform betrifft Gymnasien, Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Grundschulen. Auch Lehrkräfte und deren Stellenplanung sind stark betroffen.

Inhaltsverzeichnis:

Rückkehr zu G9 am Karls-Gymnasium Stuttgart

Ab September kehrt Baden-Württemberg schrittweise zum neunjährigen Gymnasium zurück. Zunächst starten die Klassen 5 und 6 mit dem G9-Modell. Ab 2032/2033 sollen alle Gymnasiasten nach neun Jahren ihr Abitur ablegen.

  • Stärkung der Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache
  • Mehr berufliche Orientierung und Demokratiebildung
  • Förderung von Basiskompetenzen

Einzige Ausnahme im kommenden Schuljahr ist das Karls-Gymnasium in Stuttgart. Es bietet einen G8-Zug für neue Fünftklässler an. Die Schule rechnet mit 27 Interessierten.

Lehrermangel und 1.440 offene Stellen

In Baden-Württemberg sind derzeit 1.440 Lehrerstellen unbesetzt. Besonders betroffen sind sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) sowie Schulen im ländlichen Raum. Ursache ist die Übergangsphase von G8 zu G9. Da zunächst weniger Wochenstunden anfallen, sinkt der Bedarf an Lehrkräften.

Laut Kultusministerium sind 81 Prozent der insgesamt 6.100 Stellen besetzt. Nach einer IT-Panne im Juli wurde der Bewerbungsschluss vom 31. August auf den 31. Oktober verschoben. Ministerin Theresa Schopper (Grüne) hofft, dass bis dahin ein Großteil der offenen Stellen besetzt wird.

Geplante Maßnahmen:

  1. 485 zusätzliche Stellen für SBBZ
  2. 350 neue Stellen für Grundschulen
  3. Je 50 neue Stellen für Real-, Gemeinschafts- und Berufsschulen
  4. 300 Gymnasiallehrer vorübergehend an andere Schulen abgeordnet
  5. 155 Stellen mehr in der Krankheitsreserve

Ab 2032/2033 werden 860 zusätzliche Lehrkräfte benötigt.

Neues Fach Informatik und Medienbildung

Ein weiterer Schritt ist die Einführung des Fachs Informatik und Medienbildung. Ab sofort wird es in den Klassen 5 und 6 mit einer Wochenstunde unterrichtet. Die Inhalte stammen vorerst aus dem naturwissenschaftlichen Bereich.

Der Lehrplan befindet sich noch in der Erarbeitung und soll 2027/2028 vorliegen. Kritik kommt von Verbänden, da naturwissenschaftliche Kompetenzen geschwächt werden könnten.

Handy-Verbot in Klassenzimmern

Die Landesregierung schafft erstmals einen Rechtsrahmen für Handy-Verbote. Ab Anfang 2026 dürfen Schulen selbst entscheiden, wie sie den Umgang mit Smartphones regeln.

  • Private Handys, Tablets und Smartwatches sollen möglichst aus Klassenräumen verschwinden
  • Grundschulen sollen ohne Ausnahme handyfreie Zonen sein
  • Schulen können eigene Konzepte entwickeln

Damit wird eine rechtliche Grundlage geschaffen, die bisher fehlte.

Veränderungen an Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen

Das neue Schulgesetz bringt auch hier tiefgreifende Änderungen. Der Werkrealschulabschluss wird abgeschafft. Bestehende Werkrealschulen bleiben jedoch als Standorte erhalten.

Änderungen an Berufsschulen
Änderungen an Berufsschulen, Foto: Pexels
  • Verbünde mit Realschulen oder Gemeinschaftsschulen möglich
  • Alternativ können sie als Hauptschulen weitermachen

An Realschulen wird die Orientierungsphase verkürzt. Statt zwei Jahren umfasst sie künftig nur die fünfte Klasse. Danach entscheidet sich, ob Schüler auf mittlerem Niveau weiterlernen oder Richtung Hauptschulabschluss wechseln.

Gemeinschaftsschulen erhalten zwei zusätzliche Wochenstunden pro Jahrgang für individuelles Coaching.

Sprachförderung an Kitas und Grundschulen

Die Landesregierung setzt ihre Maßnahmen zur Sprachförderung fort. Hintergrund ist das schlechte Abschneiden bei bundesweiten Bildungstests. Defizite in der Sprachkompetenz gelten als Hauptursache.

  • Frühzeitige Sprachförderung in Kitas
  • Zusätzliche Programme an Grundschulen
  • Erweiterte Maßnahmen für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen

Damit soll der Anschluss an höhere Bildungsniveaus gesichert werden.

Das Schuljahr 2025/2026 bringt in Baden-Württemberg zahlreiche Neuerungen. Von der Rückkehr zu G9 über den Lehrermangel bis hin zu neuen Fächern und Handy-Regeln – alle Schularten sind betroffen. Die Landesregierung verfolgt das Ziel, Grundlagen zu stärken, digitale Bildung auszubauen und Sprachförderung zu intensivieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut die Reformen greifen.

 Quelle: SWR, YouTube, Mannheimer Abendakademie

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