Beschlagnahmte Picasso-Fälschung in Worms entdeckt
Beschlagnahmte Picasso-Fälschung in Worms entdeckt, pexels/Foto illustrativ

Ein Auktionshaus in Stuttgart verkaufte unwissentlich zwei gefälschte Werke von Pablo Picasso. Die Ermittlungen deckten ein weitreichendes Betrugsnetzwerk auf, das auch andere Häuser in Baden-Württemberg betrifft.

Inhaltsverzeichnis:

Gefälschte Werke aus der Reihe suite vollard

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bestätigte, dass es sich bei den betroffenen Werken um Fälschungen aus der Serie „Suite Vollard“ handelt. Diese besteht aus 100 grafischen Arbeiten, die Pablo Picasso zwischen 1930 und 1937 im Auftrag des Kunsthändlers Ambroise Vollard anfertigte. Zwei der Werke wurden über ein Auktionshaus in Stuttgart versteigert, ohne dass deren Fälschung zunächst erkannt wurde.

Eines dieser Bilder wurde später in einer Kunsthandlung in Worms sichergestellt, ein weiteres in Österreich gefunden. Zwei zusätzliche Werke, die ebenfalls gefälscht waren, konnten noch vor dem Verkauf identifiziert werden.

Ermittlungen in mehreren Bundesländern

Bereits im Januar 2023 veröffentlichte das Bundeskriminalamt in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Kunsthändler einen bundesweiten Warnhinweis. Daraufhin meldeten sich drei weitere Auktionshäuser aus Baden-Württemberg, denen der mutmaßliche Täter ähnliche Werke zum Verkauf angeboten hatte.

Die Landeskriminalämter von Baden-Württemberg und Berlin waren über Jahre hinweg in die Ermittlungen eingebunden. Beide Behörden verfügen über spezialisierte Abteilungen für Kunst- und Kulturgutkriminalität. Diese arbeiteten eng mit internationalen Partnern zusammen, um dem Betrugsnetzwerk auf die Spur zu kommen.

Mehr als 100 Fälschungen in Rom sichergestellt

Im Juli beschlagnahmte die italienische Polizei bei einem Verdächtigen in Rom über 100 gefälschte Kunstwerke. Die Werke waren so professionell gefertigt, dass sie auf den ersten Blick als Originale durchgehen konnten.

Um den Anschein von Echtheit zu erwecken, wurden Alterungstechniken eingesetzt:

  • Papier wurde in Kaffee oder Tee gebadet.
  • Nach der Trocknung wurden die Fälschungen mit Signaturen versehen.
  • Ziel war es, die Werke glaubwürdig altern zu lassen.

Laut italienischen Ermittlern hätten die gefälschten Bilder auf dem Kunstmarkt rund eine Million Euro erzielen können.

Auktionshäuser in Baden-Württemberg besonders betroffen

Die Hinweise aus dem Warnsystem führten zu einer intensiven Überprüfung mehrerer Auktionshäuser in Baden-Württemberg. Die Täter gingen gezielt gegen regionale Anbieter vor, bei denen Echtheitsprüfungen oft schwieriger zu realisieren sind.

Dabei nutzten sie:

  1. Bestehende Vertrauensverhältnisse zu Galerien.
  2. Täuschend echte Zertifikate.
  3. Eine strukturierte Vorgehensweise mit internationalem Bezug.

Der Fall zeigt, wie gefährdet der Kunsthandel durch Fälschungen bleibt. Besonders Werke berühmter Künstler wie Pablo Picasso sind dabei häufig Ziel von Betrügern.

Internationale Zusammenarbeit entscheidend

Die Ermittlungen wurden durch enge Kooperation zwischen deutschen und italienischen Behörden vorangetrieben. Ohne den Austausch von Informationen zwischen Rom, Berlin und Stuttgart wären viele Fälschungen womöglich unentdeckt geblieben.

Die beschlagnahmten Werke werden derzeit kriminaltechnisch untersucht. Ziel ist es, weitere Hintermänner ausfindig zu machen und das Netzwerk vollständig aufzudecken.

Quelle: SWR

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