In der Schleyer-Halle in Stuttgart hat eine der weltweit größten Fan-Ausstellungen zur Krieg der Sterne-Saga ihre Tore geöffnet. Mehr als 1.000 Exponate aus Privatbesitz, darunter maßstabsgetreue Raumschiffe, detailreiche Dioramen und handgefertigte Kostüme, ziehen derzeit Tausende Besucher an. Die Ausstellung „Die Fans schlagen zurück“ zeigt, wie tief die Weltraumsaga in der Popkultur verwurzelt ist – und wie kreativ ihre Anhänger sind.
Inhaltsverzeichnis:
- Dominik und der AT-ST in Originalgröße
- Exponate aus der ganzen Welt
- Familie Augello und die Berufung durch die Sterne
- Fokus auf die originale Trilogie von George Lucas
Dominik und der AT-ST in Originalgröße
Ein fünf Meter hoher Nachbau eines AT-ST-Kampfläufers begrüßt die Gäste gleich zu Beginn. Dominik, langjähriger Fan der Sternensaga, steht davor und staunt. Er hat über die Jahre zwischen 8.000 und 9.000 Euro für Sammlerstücke ausgegeben – von Lichtschwertern bis zu Darth-Vader-Hausschuhen. Obwohl er selbst nichts bastelt, ist er von den Fan-Konstruktionen begeistert.
Diese Art von Leidenschaft ist typisch für die Ausstellung. Alle Stücke stammen aus der Fan-Community selbst, nichts wurde von großen Filmstudios geliefert. Veranstalter Stefan Buck von SB-Entertainment erklärt, dass einige der Ausstellungsstücke nur in Stuttgart zu sehen sind. Ein Bunker vom Ewok-Planeten beispielsweise wurde aus Australien eingeflogen und per Lkw zur Schleyer-Halle gebracht.
Exponate aus der ganzen Welt
Die Sammlung zeigt über 1.000 selbstgefertigte Objekte aus mehreren Ländern. Vom maßgeschneiderten Kostüm eines Sith-Lords bis zum Raumschiff-Cockpit ist alles vertreten. Besonders eindrucksvoll sind die Dioramen, in denen ganze Szenen nachgestellt wurden. Felix aus Erbstetten ist beeindruckt: „Es ist krass, was die Leute selber bauen. Ich würde einiges am liebsten mitnehmen.“
Diese Dioramen zeigen Landschaften, Maschinen und Charaktere aus den Episoden I bis VI. Die neueren Filme der dritten Trilogie fehlen fast vollständig. Lediglich Grogu, auch als „Baby Yoda“ bekannt, ist im Museumsshop zu finden. Viele Fans konzentrieren sich bewusst auf die klassischen Filme.
Familie Augello und die Berufung durch die Sterne
Star Wars inspiriert nicht nur zu Hobbys, sondern auch zu Berufen. Michael Augello kam als Junge durch die Filme zur Raumfahrttechnik. Heute arbeitet er als Luft- und Raumfahrtingenieur bei Airbus. Seine Tochter Lisa begleitet ihn – sie interessiert sich besonders für die Beziehung zwischen Anakin Skywalker und Padmé Amidala.
Auch andere Besucher betonen, wie generationenübergreifend das Erlebnis ist. Großeltern, Eltern und Kinder entdecken gemeinsam die weit entfernte Galaxis. Die Ausstellung bietet dafür verschiedene Formate:
- Interaktive VR-Erlebnisse, z. B. im Millennium-Falken
- Lebensgroße Repliken ikonischer Raumschiffe und Droiden
- Spezielle Bereiche für Fotomotive mit Stormtroopern
- Detailreiche Modelle zum Studium der Technik im Star-Wars-Universum
Fokus auf die originale Trilogie von George Lucas
Ein großer Teil der Ausstellung widmet sich den Filmen von 1979 bis 1983. Die Szenen, Kostüme und Modelle stammen fast ausschließlich aus dieser Epoche. Für viele Fans, wie Dominik, zählen nur diese Episoden als „echte“ Star Wars. Die Filme 7 bis 9 werden oft als Wiederholung älterer Inhalte kritisiert.
Der Rückgriff auf die Klassiker ist bewusst gewählt. So bleibt die Ausstellung nah an den Wurzeln der Saga. Gleichzeitig vermittelt sie ein authentisches Bild dessen, was Fans weltweit geschaffen haben. In Stuttgart wird die Macht nicht nur gefeiert, sondern gelebt – mit Laserschwertern, Bunkern und Geschichten aus einer weit entfernten Galaxis.
Quelle: SWR, YouTube