Stuttgart setzt auf moderne Technik, um Neugeborene in Not schneller zu versorgen. Drei große Kliniken der Stadt – das Olgahospital, das Marienhospital und das Robert Bosch Krankenhaus – arbeiten jetzt über Telemedizin zusammen. Ziel ist es, wertvolle Minuten zu sparen und Leben zu retten, wenn bei einer Geburt Komplikationen auftreten. Dank des neuen Systems können Ärztinnen und Ärzte aus dem Olgahospital künftig per Video zugeschaltet werden. So sollen kritische Entscheidungen ohne Zeitverlust getroffen werden.
Inhaltsverzeichnis;
- Vernetzung zwischen Olgahospital, Marienhospital und Robert Bosch Krankenhaus
- Kürzere Wege dank moderner Telemedizin
- Hochauflösende Kameras und präzise Fernsteuerung
- Unterstützung durch Eva Mayr-Stihl Stiftung
- Ausblick auf das Umland
Vernetzung zwischen Olgahospital, Marienhospital und Robert Bosch Krankenhaus
In Stuttgart werden jährlich über 6.000 Kinder geboren. Die meisten Geburten verlaufen ohne Zwischenfälle, doch in Notfällen zählt jede Sekunde. Das Olgahospital verfügt über spezialisierte Fachkräfte, deren Wissen künftig auch in den Partnerkliniken nutzbar sein wird.
Wenn im Marienhospital oder im RBK nach einer Geburt ein Notfall auftritt, können sich Kinderärzte aus dem Olgahospital jederzeit per Video zuschalten. Adela Wenk, Leiterin der Geburtshilfe am Marienhospital, erklärt: „Die Kinderärzte helfen uns, wichtige Entscheidungen zu treffen, wenn die Neugeborenen schlapp sind, Atemprobleme oder Defekte haben.“
So lässt sich bereits aus der Ferne entscheiden, ob ein Baby in das Klinikum Stuttgart verlegt werden muss oder vor Ort versorgt werden kann. Das System soll die Versorgung verbessern und Stress für Eltern und Kinder verringern. Ähnliche Fortschritte im medizinischen Bereich beschreibt auch der Bericht über zwei Stunden, die Leben retten können.
Kürzere Wege dank moderner Telemedizin
Eine Kooperation zwischen den Kliniken gab es bereits früher, jedoch nur telefonisch oder durch direkte Einsätze. Neysan Rafat, Ärztlicher Direktor der Neonatologie am Olgahospital, erinnert sich: „Früher konnte es über eine Stunde dauern, bis wir mit dem Rettungswagen im Krankenhaus ankamen.“
Mit der neuen Telemedizin entfällt diese Wartezeit. Während ein Arzt unterwegs ist, kann ein zweiter Spezialist bereits online helfen. In einigen Fällen macht die Videoverbindung sogar einen Einsatz vor Ort überflüssig.
Die Technik wurde erfolgreich getestet, unter anderem bei geplanten Kaiserschnitten. In den letzten Wochen konnten damit bereits zwei Notfälle behandelt werden. Dabei halfen die Ärztinnen und Ärzte aus dem Klinikum Stuttgart, Neugeborene mit Atemproblemen und Fehlbildungen zu stabilisieren. Weitere Beispiele moderner Gesundheitsprojekte in der Region finden sich unter Finanzdruck im praktischen Jahr sorgt für Protest in Stuttgart.
Hochauflösende Kameras und präzise Fernsteuerung
In den Erstversorgungsräumen der beiden Partnerkliniken wurden drei Kameras installiert. Diese liefern gestochen scharfe Bilder und können aus der Ferne gesteuert werden. Ärzte im Olgahospital können die Kameras schwenken, neigen und heranzoomen, um die Situation genau zu beurteilen.
Neysan Rafat erklärt, dass diese Technik den Teams vor Ort ermöglicht, sofort Rückmeldungen zu erhalten. So können lebenswichtige Maßnahmen schneller eingeleitet werden. Auch bei anderen Notfällen – etwa wenn Herzinfarkt die führende Todesursache in Deutschland bleibt – spielt schnelle Reaktion eine entscheidende Rolle.
Unterstützung durch Eva Mayr-Stihl Stiftung
Die Finanzierung des Projekts in Höhe von 250.000 Euro übernahm die Eva Mayr-Stihl Stiftung. Mit dieser Unterstützung wurde die technische Infrastruktur geschaffen und die Ausbildung des Personals ermöglicht.
Die beteiligten Kliniken planen nun eine Ausweitung des Projekts auf weitere Häuser im Umland. Ziel ist, dass auch Neugeborene in kleineren Städten von der Expertise der Stuttgarter Spezialisten profitieren.
Adela Wenk betont, dass notwendige Verlegungen weiterhin erfolgen werden, aber deutlich seltener. Das System solle verhindern, dass Mütter und Kinder getrennt werden müssen. „Das Telemedizin-System ist eine unterstützende Maßnahme und ersetzt nicht den Kinderarzt vor Ort,“ sagt sie.
Ausblick auf das Umland
Die Vision der Ärztinnen und Ärzte geht über Stuttgart hinaus. Künftig sollen auch umliegende Kliniken wie in Schorndorf oder Esslingen angeschlossen werden. Rafat fragt: „Warum sollte ein Kind, das zum Beispiel in Schorndorf geboren wird, eine schlechtere Versorgung haben als ein Kind, das in Stuttgart geboren wird?“
Der Ausbau der Telemedizin erfordert jedoch weitere Investitionen und Kooperationen zwischen den Krankenhäusern. Personalmangel und hohe Kosten bleiben Herausforderungen. Dennoch gilt das Stuttgarter Projekt als wichtiger Schritt hin zu einer modernen und vernetzten Geburtsmedizin in Deutschland.
Prüfen Sie die Standorte der Geburtskliniken in Stuttgart auf Google Maps:
Karte: Google Maps
Quelle: SWR, MILEKCORP
FAQ
Was ist Telemedizin?
Telemedizin ist die Nutzung digitaler Technologien, um medizinische Leistungen über große Entfernungen hinweg anzubieten. Ärztinnen und Ärzte können Diagnosen stellen, beraten und Behandlungen begleiten, ohne physisch anwesend zu sein.
Welche Kliniken in Stuttgart sind miteinander vernetzt?
Am Telemedizin-Projekt beteiligen sich das Olgahospital, das Marienhospital und das Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart. Diese Zusammenarbeit soll die Versorgung von Neugeborenen in Notfällen verbessern.
Wie funktioniert die Video-Schaltung zwischen den Kliniken?
Bei einem Notfall können sich Kinderärzte aus dem Olgahospital per Video zuschalten. Sie sehen die Situation über ferngesteuerte Kameras und unterstützen das Team vor Ort bei wichtigen Entscheidungen.
Wer hat das Telemedizin-System finanziert?
Das System wurde durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung mit rund 250.000 Euro finanziert. Die Stiftung unterstützt regelmäßig medizinische und technologische Projekte in der Region Stuttgart.
Welche Vorteile bringt Telemedizin für Neugeborene?
Die Telemedizin spart wertvolle Zeit in Notfällen und kann Leben retten. Sie ermöglicht eine schnellere Diagnose, reduziert Verlegungen und vermeidet die Trennung von Mutter und Kind.
Wird die Telemedizin auch in anderen Kliniken eingeführt?
Ja, langfristig soll das System auf weitere Kliniken im Umland, etwa in Schorndorf oder Esslingen, ausgeweitet werden, um auch dort eine bessere Versorgung sicherzustellen.