Potenzialtest
pixabay/Foto illustrativ

Der Potenzialtest für Viertklässler in Baden-Württemberg hat für intensive Diskussionen gesorgt. Nun liegen die Ergebnisse vor. 639 Schülerinnen und Schüler dürfen trotz fehlender Grundschulempfehlung aufs Gymnasium wechseln. Das teilte das Kultusministerium mit.

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Theresa Schopper - Test erfüllt seine Aufgabe

Der Potenzialtest wurde am 18. Februar durchgeführt. 2.075 Kinder nahmen daran teil, das entspricht etwa 2 % aller Viertklässler in Baden-Württemberg. Laut Ministerium haben 31 % der Teilnehmenden bestanden. Die Prüfungen dauerten eine Stunde und umfassten drei Bereiche: Deutsch, Mathematik und logisches Denken. Die grün-schwarze Landesregierung hat den Test als Teil der neuen Grundschulempfehlung eingeführt.

Besonders auffällig ist, dass ein Viertel der erfolgreichen Schüler ihre Eignung durch starke Leistungen im überfachlichen Bereich, also durch logisches Denken, unter Beweis gestellt hat. Bildungsministerin Theresa Schopper (Grüne) betonte, dass der Test eine zusätzliche Möglichkeit für Kinder geschaffen habe, die sonst keine Empfehlung für das Gymnasium erhalten hätten.

Kritik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Die Bildungsgewerkschaft GEW äußerte deutliche Kritik am Verfahren. Die frühe Trennung der Kinder nach Leistung sei problematisch und würde unnötig Verlierer produzieren, erklärte Monika Stein, Landesvorsitzende der GEW. Sie bezeichnete das Verfahren als ungeeignet für moderne Bildungsprozesse.

Ein weiteres Problem sieht die GEW in der Durchführung der Tests. In einer Umfrage unter Lehrkräften gab es zahlreiche Rückmeldungen, dass die Tests zu lange, zu textlastig und zu früh im Schuljahr angesetzt waren. Die Gewerkschaft fordert daher eine kindgerechtere Gestaltung der Prüfungen, falls das Verfahren beibehalten werden sollte.

Landeselternbeirat fordert mehr Fokus auf logisches Denken

Sebastian Kölsch, Vorsitzender des Landeselternbeirats Baden-Württemberg, fordert Änderungen bei zukünftigen Potenzialtests. Er plädiert dafür, dass der überfachliche Test, also der Teil zum logischen Denken, eine größere Rolle spielen sollte. Dies sei ein Bereich, der im Grundschulalltag oft nicht ausreichend berücksichtigt werde.

Der Elternbeirat bleibt grundsätzlich bei seiner Haltung, dass mehr Information und Aufklärung der Eltern sinnvoller sei als eine strikte Lenkung der Schüler. Eine bessere Beratung könnte verhindern, dass Kinder allein aufgrund einer Schulprognose von bestimmten Bildungswegen ausgeschlossen werden.

 Quelle: swr.de

 

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